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Auf einen Blick

  • So, 5. Apr 2020, 18:00 Uhr
  • So, 5. Apr 2020, 18:00 Uhr
  • Großer Saal
    Friedrichstraße 10
    33330 Gütersloh
  • Redaktion

Städtischer Musikverein

Ludwig van Beethoven „Ah! Perfido“ „Messe in C-Dur“ „Chorfantasie“Chor des Städtischen Musikvereins Gütersloh und Nordwestdeutsche PhilharmonieSolisten: Nadine Lehner (Sopran), Anne Schuldt (Alt), Michael Connaire (Tenor), Sebastian Pilgrim (Bass), Alexander Schimpf (Klavier) Leitung: Thomas BerningBeseelte Melodien und kühne KlängeEin bahnbrechender Komponist wird 250 Jahre alt und die Musikwelt feiert. So auch der Städtische Musikverein Gütersloh und Chorleiter Thomas Berning, die im Rahmen des Jubiläumsjahres zum Geburtstag von Ludwig van Beethoven dessen Werk mit einem Programm beleben, das drei ganz unterschiedliche Einblicke in das vielschichtige Schaffen des „Bonner Titanen“ gewährt: Zu hören sein werden am Sonntag, 5. April um 18 Uhr in der Stadthalle Gütersloh die Szene und Arie „Ah! Perfido" op. 65, die Messe C-Dur op. 86 sowie die Fantasie für Klavier, Chor und Orchester in c-Moll op. 80. Drei Stücke, drei Welten, eine Handschrift – klanggewaltig, aufwühlend, aber ebenso durchdrungen von Empfindsamkeit und beseelt von Ruhe.So etwa die große Konzertarie „Ah! perfido“ für Sopran und Orchester, in der Beethoven einen Text des Dichters Pietro Metastasio vertont. Eine fesselnde Nummer, die einen dramatischen Augenblick aus der antiken Mythologie in Klänge meißelt: Von flammendem Schmerz und wütendem Aufbegehren zerrissen, so erlebt der Hörer die von Achill verlassene Königstochter Deidamia. Schwere Punktierungen, fiebrige Streicher, Tutti-Schläge, Seufzerfiguren – nachdrücklicher kann man die Seelenqualen, das Flehen und Sehnen einer vom Liebhaber verlassenen Frau kaum hörbar machen.„Beethovens Messe ist unerträglich lächerlich und abscheulich, ich bin mir nicht mal sicher, ob sie ernst gemeint ist: Ich bin verärgert und beschämt.“ Nicht eben schmeichelhafte Worte, die Fürst Esterházy, Auftraggeber der Messe in C-Dur, nach der Uraufführung für die Komposition übrig hatte. Eine Ansicht, die längst überholt ist: Beethoven, Großmeister der Instrumentalmusik, hat zweifelsfrei auch kirchenmusikalisch etwas zu sagen. Visionärer Experimentator, der er ist, verleiht er dem Messtext eine neue, über den liturgischen Kontext hinaus weisende Bedeutung – und sprengt damit schlichtweg die musikalischen Konventionen seiner Zeit. Die Musik der Messe ist nicht mehr nur schmückendes Beiwerk zur Liturgie. Jedes Wort, jeder Satz wird auf eine sich nach dem Sinngehalt richtende Weise vertont. Die musikalische Gestaltung zugunsten einer Verdeutlichung des Textes, die ungeheure Wucht der Worte, die dem Hörer etwa im „Credo“ regelrecht ins Bewusstsein gehämmert werden, die gewagten harmonischen Verläufe und scharfen dynamischen Kontraste, gepaart mit Klangspektren von ergreifender Emphase, waren für die damaligen Hörgewohnheiten äußerst fremd.Konzert, Kantate und freudiger Hymnus auf die Kunst – das alles ist die „Chorfantasie“. Das circa zwanzigminütige Werk ist in seiner Kombination aus menschlicher Stimme, Klavier und Orchester ein Unikat. Es beginnt mit einer weit gespannten virtuosen Klaviereinleitung, deren perlende Läufe und flirrende Triller in einen variationenreichen Dialog zwischen Pianist und Orchester münden, bis zum Schluss die Sänger hinzutreten: „Wenn der Töne Zauber walten / Und des Wortes Weihe spricht / Muss sich Herrliches gestalten / Nacht und Stürme werden Licht." Zeilen, die der Musik und dem Gesang ein Loblied singen, aber bereits den humanistischen und völkerverbindenden Geist der 9. Sinfonie mit ihrer „Ode an die Freude“ vorausahnen lassen.www.gt-musikverein.de
Event-ID: 1662