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Auf einen Blick

  • Mi, 11. Nov 2020, 19:30 Uhr
  • Pädagogisches Zentrum der Gesamtschule Verl ()
    St.-Anna-Straße 28
    33415 Verl
  • 12,00 €
  • Stadt Verl
  • Redaktion

Literaturtage: Sandra Lüpkes "Die Schule am Meer"

1925 auf Juist: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?

Es ist ein beeindruckendes Stück Zeitgeschichte, das Sandra Lüpkes in ihrem Roman darbietet: „Die Schule am Meer“ war ein privates, ganzheitlich orientiertes und als Internat geführtes reformpädagogisches Landerziehungsheim auf der Nordseeinsel Juist. 1925 gegründet, erarbeitete sich die Schule rasch einen überregionalen Ruf. Doch nur neun Jahre später, 1934, wurde sie vor dem Hintergrund der NS-"Gleichschaltung" und des staatlichen Antisemitismus geschlossen.

Sandra Lüpkes ist auf Juist aufgewachsen und hat lange dort gelebt. Bei Besuchen im Heimatmuseum der Insel fiel ihr auf, dass im Zusammenhang mit der Schule im Juister Westen fast immer nur von deren charismatischem Leiter, dem Theatermann Martin Luserke, die Rede war. Nicht aber von anderen prägenden Pädagogen wie Anni Reiner, ihrem Mann Paul, Rudolf Aeschlimann, Fritz Hafner oder dem Dirigenten und Komponisten Eduard Zuckmayer. Dank ihrer Recherchen auf Juist, in Berlin und im Tessin ist es Sandra Lüpkes gelungen, die Geschichte dieses einzigartigen ganzheitlichen Schulkonzepts und der Menschen, die es prägten, lebendig werden zu lassen. Dokumentarisch exakt, wo es möglich war, und mit literarischer Fantasie, wo sich Lücken auftaten.

Termin: Mittwoch, 11. November, 19.30 Uhr
Ort: Pädagogisches Zentrum der Gesamtschule Verl (St.-Anna-Straße 28)
Eintritt: 12 €
Kartenreservierung: Bürgerservice Verl, Tel. 05246/961-196, buergerservice@​verl.de

Event-ID: 2255