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Ausstellung zu Wende und Wiedervereinigung im Rathaus zu sehen

Drei Jahrzehnte ist es her, dass aus dem geteilten Deutschland wieder ein Land wurde. Nach der friedlichen Revolution und dem Mauerfall 1989 stand das Jahr 1990 im Zeichen der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Anlässlich des 30. Jahrestags zeigt die Stadt Verl die Ausstellungen „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ sowie „Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel“, die mit Fotos und Texten Schlaglichter auf die bewegenden Ereignisse der Jahre 1989/90 werfen. Zu sehen sind sie zu den Öffnungszeiten der Verwaltung im ersten Obergeschoss des Rathauses. „Die Wende von 1989/90 hat die Menschen bewegt – damals wie heute“, sagte Bürgermeister Michael Esken bei der Eröffnung, die coronabedingt nur im kleinen Kreis stattfand. Die Gäste konnten das nur bestätigen: „Damals waren gerade Bekannte aus der DDR zu Besuch und wir haben die Bilder vom Mauerfall mit ihnen gemeinsam im Fernsehen verfolgt. Das war natürlich sehr besonders“, erzählte zum Beispiel Altbürgermeister Josef Lakämper. Die Angst, dass das DDR-Regime die Revolution blutig niederschlagen könnte, bestand damals auf beiden Seiten der Mauer. „Auch heute erscheint es fast noch wie ein Wunder, dass es den Menschen in der damaligen DDR 1989 gelungen ist, ihrem Wunsch
nach Freiheit und Einheit mit einer friedlichen Revolution Bahn zu brechen und die Mauer zum Fallen zu
bringen“, so Bürgermeister Michael Esken. Die Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ erinnert an den Protest gegen die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen im Mai 1989, an die Fluchtbewegung im Sommer und die
Massenproteste im Herbst, die die SED-Diktatur letztlich in die Knie zwangen. Sie berichtet von der Selbstdemokratisierung der DDR, der deutsch-deutschen Solidarität und den außenpolitischen Weichenstellungen bis zur Wiedererlangung der deutschen Einheit.
Daran anknüpfend hat die Ausstellung „Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel“ den Alltag der deutschen Einheit seit 1990 zum Schwerpunkt. Im Blickpunkt stehen die Umbruchserfahrungen der Ostdeutschen. Die Schau thematisiert ihre Erwartungen und das Vertrauen, das sie mit der Wiedervereinigung verbunden hatten, ruft die innerdeutsche Solidarität und Hilfsbereitschaft in
Erinnerung, erzählt von den Neuanfängen und Aufbrüchen, wie auch vom Willen, die SED-Diktatur aufzuarbeiten. Sie dokumentiert die Verzweiflung, die mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch und dem Anstieg der Arbeitslosigkeit einherging und die Verlusterfahrungen und Ängste, die die 1990er Jahre in Ostdeutschland prägten. Konzipiert wurden beide Ausstellungen von der Bundesstiftung zur
Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. „In den vergangenen 30 Jahren hat sich gezeigt: Gemeinsamkeit zu entwickeln ist oft schwieriger, als man anfangs denkt oder hofft. Das Zusammenwachsen von Ost und West ist weit fortgeschritten, aber vollendet ist der Prozess noch nicht“, so Bürgermeister Esken. Mit der Ausstellung wolle die Stadt Verl, die bekanntlich seit 30 Jahren eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Annaburg in Sachsen-Anhalt pflegt, die spannungsgeladene Zeit Revue passieren lassen und gleichzeitig zur weiteren Annäherung beitragen.

Foto:
Bürgermeister Michael Esken (links im Bild) eröffnete die Ausstellung im kleinen Kreis mit (v. l.) dem Ersten Beigeordneten Heribert Schönauer, Elke Henkemeier (SPD-Fraktion), dem Beigeordneten Thorsten Herbst, Thorsten Rohde (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Ulrich Klotz (FDP), Altbürgermeister Josef Lakämper, Gabriele Nitsch (CDU-Fraktion) und Matthias Holzmeier
(Ortsheimatpfleger und Vorstand Heimatverein).