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Ausgiebige Info zu den Kiesbeeten

Sogenannte Schottergärten, gestaltet mit einer Fläche aus Steinen, Schotter oder Kies und möglichst wenig Bepflanzung, gelten als modern und pflegeleicht und erobern daher immer mehr Vorgärten. Aus ökologischer Sicht sind Schottergärten jedoch sehr problematisch, da sie für Insekten und Kleintiere kaum Nahrung oder Schutz bieten. Auch der Bauhof der Stadt Verl setzt in städtischen Beeten immer öfter groben Kies ein, so auch aktuell an der Bergstraße in Bornholte-Bahnhof. Allerdings mit einem ganz anderen Ziel: Dank besonders artenreicher Pflanzungen entstehen hier wahre Anziehungspunkte für Insekten und Futterquellen für Vögel.„Viele Bürgerinnen und Bürger wundern sich, wenn sie unsere Kiesbeete sehen. Es gibt auch immer wieder Anfragen dazu“, berichtet Bauhofleiter Martin Irmer. Aber: „Unsere Beete haben mit den zu Recht kritisierten pflanzenarmen oder sogar pflanzenfreien steinernen Vorgärten nichts zu tun“, erläutert er. Denn gepflanzt werden hier etwa 55 verschiedenen Arten, die fast das ganze Jahr über für Insekten und andere Kleinlebewesen attraktiv sind. „Zum Vergleich: Bei klassische Pflanzungen kommen an solchen Standorten selten mehr als fünf bis acht verschiedene Arten vor.“ Hier aber werden Gehölze, Stauden und Zwiebelpflanzen verwendet, die bereits ab dem späten Winter bis in den späten Herbst hinein wachsen und blühen. Und sogar während des Winters erfüllen sie eine wichtige Funktion, denn dann bieten die vertrockneten Samenstände der Stauden zahlreichen Kleinvögeln Nahrung. Deshalb werden die Stauden auch erst im Frühjahr zurückgeschnitten.

Zu den aktuell angelegten Beeten in Bornholte-Bahnhof erläutert Martin Irmer: „Sobald alle Pflanzen angewachsen und größer sind, wird von dem Grobkies nur noch wenig zu sehen sein. Bis dahin aber schützt er den Boden vor Austrocknung sowie Erosion, zum Beispiel durch den vorbeifahrenden Verkehr. Gleichzeitig verhindert er, dass sich Unkräuter in den Beeten zu stark ausbreiten können.“ Da der unter der Kiesschicht liegende Boden nicht durch Vliese oder ähnliches abgedeckt ist, wird der Luft- und Wasseraustausch nicht unterbrochen. Bodenlebewesen haben durch die als Hitze- und Verdunstungsschutz wirkende Kiesschicht damit deutlich bessere Lebensbedingungen. Ein gelungenes Beispiel, wie sich solche Flächen entwickeln, gibt es am Westfalenweg, etwa auf Höhe des alten Bauhofes. Dort wurde bereits vor drei Jahren ein solches Beet angelegt und im Frühling und Sommer tummeln sich dort Bienen, Hummeln und Co. Gleichzeitig sind die üppig blühenden Beete ein Blickfang für Passantinnen und Passanten. Aus den genannten Gründen wird diese neue Form des Straßenbegleitgrüns daher künftig auch immer häufiger im Stadtgebiet zu sehen sein. „Nach und nach wandeln wir überalterte Pflanzungen und auch Neuanlagen mit solchen Staudenmischungen in ganzjährig optisch und ökologisch attraktives Grün um“, erläutert Martin Irmer. Die Auswahl der Stauden orientiert sich jeweils an den standorttypischen Besonderheiten und wird hierauf abgestimmt. Bereits im zeitigen Frühjahr blühen in den Beeten die ersten Zwiebelpflanzen wie Krokus, Hyazinthe und Wildtulpe, die anschließend von den zu verschiedenen Zeiten bis in den Herbst blühenden Stauden abgelöst werden. Im Winter sorgen Gräser für eine attraktive Optik.

Foto: Ein gelungenes Beispiel, wie sich die städtischen Kiesbeete entwickeln, gibt es am Westfalenweg (etwa auf Höhe des alten Bauhofes): Die Bilder zeigen die Blütenpracht im Monat Mai, die zahlreiche Insekten anlockt.